Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz

Moderator: LuedenscheiderNachrichten

Re: Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz

Beitragvon Auch_Steuerzahler am 11.03.2010, 19:49

Mit einigem Interesse verfolge ich als Anwohner die Diskussion um die weitere Nutzung des Jahnplatzes.

Zur Bürgerinitiative:
Aus meiner Sicht war es klar, dass die Anzahl der benötigten Unterschriften leicht zu sammeln sind. Dagegen sein ist immer einfach.
Jedoch überzeugen mich die alternativen „Geldverschwendungskonzepte“ der Bürgerinitiative rund um Frau Owen nicht.

Ganz zu schweigen, was allein das Bürgerbegehren an Verwaltungsaufwand kostet. Schätzungen belaufen sich auf € 20.000 – € 70.000, je nach Verlauf. DAS nenne ich mal Verschwendung.

Zu den Plänen Mehrgenerationenspielplatz:
Es gibt Anwohner die nicht dagegen sind. Auf das WIE kommt es an.

Einige Dinge müssen bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden.
Ich denke allen Beteiligten sollte klar sein, das ein solcher Betrieb nur MIT den Anwohnern gelingen kann, um langfristig eine gute Nachbarschaft zu gewährleisten.

Folgende Dinge sollten ohne Nachteile für die Anwohner geregelt werden:

1. Die Parkplatzfrage:
Es ist nicht hinnehmbar das die angespannte Parkplatzsituation im Bereich Jahnstraße, Parkstraße und auch insbesondere des Frankenplatzes weiter verschlechtert wird. Es ist jetzt schon schwer genug, hier als Anwohner oder für dessen Besucher einen Parkplatz zu bekommen.
Eine Einführung von Parkscheibenpflicht, der Einführung von jährlich gebührenpflichtigen Bewohnerparkausweisen (30€ Gebühr pro Jahr zzgl. 15€ für jede Kennzeichenänderung/Verlust) oder sogar gebührenpflichtiges Parken durch Parkscheinautomaten darf keine Lösung werden.

2. Lärmbelästigung:
Die Befürworter des Platzes schreiben in Ihrer Broschüre, dass ein Fachbüro die geplante Nutzungsart und Dauer mit der benachbarten Wohnbebauung verträglich ist.
Das ist m.e. nur die halbe Wahrheit.

Tatsache ist, dass NUR die Nutzung des geplanten Bolzplatzes auf die zu erwartenden Geräuschimmissionen gem. Sportanlagenlärmschutzverordnung untersucht wurde. Eine Untersuchung des Gesamtkonzeptes „Mehrgenerationenspielplatz“ fand NICHT statt.
Eine Prüfung der unvermeidbar verbunden Geräusche des „Kinderspielplatzes“ (= Mehrgenerationenspielplatz) die bei der Nutzung entstehen, wurden nicht untersucht. (gesetzlich nicht vorgeschrieben)
Die damit verbundenen Geräusche gelten als sozialadäquat und müssen somit von den Anwohnern hingenommen werden.
Dies nur mal zur Klarstellung.

Es ist also m.e. ungeklärt, wie sich Bolzplatz und Kinderspielplatz gemeinsam und in Kombination von der Lärmentwicklung auswirken.
Die gesetzlichen Vorgaben werden vielleicht mit dem Gutachten eingehalten.

Die Realität wird sich vermutlich deutlich lauter „anhören“.
Und das den gesamten Tag über. Nicht wie früher 90 Minuten lang, während eines Fussballspiels.

In diesem Zusammenhang darf auch bezweifelt werden ob ein solcher Mehrgenerationenspielplatz mit überregionalem Charakter, ausgestattet mit einer gewerbsmäßig betriebenen Kletterstation, überhaupt noch als Spielplatz im Sinne des Gesetzes gelten kann.

2.1 Skateranlagen im Außenbereich
Ein Ausbau oder eine Erweiterung der Skateranlagen in den Außenbereich darf es aus Lärmschutzgründen nicht geben. Wie andere Anlagen zeigen, ist hier Ärger vorprogrammiert.

3. Geländeanhebung
Eine umfangreiche und kostenintensive Geländeanhebung (Erhöhung des gesamten Geländes um 4m!) des Geländes wie bisher vorgesehen, halte ich für überflüssig. Hier sehe ich ein großes Einsparpotential, das genutzt werden sollte.

Fazit:
Als solches ist nichts gegen einen schönen Kinderspielplatz mit gewissem Eventcharakter und Bolzplatz einzuwenden. Insbesondere mit Verweilmöglichkeiten für Erwachsene und einem betriebenem Cafe durch den Kinderschutzbund etc. So wäre auch der Erhalt der Skaterhalle gesichert.

Es sollte also zwei Nummern kleiner geplant und gestaltet werden. Auch für einen sinnvollen Umgang mit unser aller Steuergelder und für lebendiges, attraktives Lüdenscheid.
Das dürfte doch auch die Gegner freuen, denn so bleibt noch Geld für andere Projekte.

In diesem Sinne erwarte ich die weitere, verantwortungsvolle Vorgehensweise der gewählten Volksvertreter in unserem Rat der Stadt Lüdenscheid.
Auch_Steuerzahler
 
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Re: Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz

Beitragvon Horst´s Bruder am 16.03.2010, 11:15

Ich habe mir doch einmal die Zeit genommen und mich von der Arbeit weggestohlen, und das nur um die Entscheidung live und in Farbe mitzubekommen, wie noch einmal knapp
100 000 Teuronen verbraten werden, um nun alles bis zum Schluss durchzuziehen.
Will da vielleicht jemand ganz bewusst die Initiatoren des Bürgerbegehrens in die Ecke der Kostenverursacher drängen?
Seitens der CDU wurde der Vorschlag gemacht, doch diese zusätzlichen Ausgaben zu sparen, und alle am Tisch sollten sich zusammensetzen und ein vernünftiges Konzept zu entwickeln. Man sah förmlich, wie sich eine Mauer der Ablehnung aufrichtete.
In Blogs am Anfang dieser Diskussion ist von der „Arroganz der Macht“ die Rede, nun kann ich diese Aussage mehr als verstehen.
Wenn nun noch der Haushalt beweihräuchert und der Zuzug junger Familien erwartet wird, weil wir ja einen großen Familienplatz in der Stadt haben werden, platzt einem doch der Kragen. Meine Familie und ich leben von Arbeit, die leider immer weniger wird, nicht vom Spielen oder der Freizeit.
Alle begrüßen die Einmischung von Bürgern im Sinne der Demokratie, aber warum fragt keiner einmal den Bürger an sich, was er vorrangig wünscht?
Man ist einfach in den Gedanken verbohrt und duldet dann auch keinen Kompromiss.
Wenn ich höre, dass die Planung eine Anhebung der Gesamtfläche vorsieht, aber z. B. ein Abgeordneter der SPD, die das voll befürwortet, das verneint, da frage ich mich doch wirklich, reden die eigentlich so wirklich miteinander? Den Löwenanteil der Kosten stellen doch die geplanten Erdarbeiten dar. Und muss der Platz wirklich mehrere Zuwege haben? Wer dahin will, der findet den Haupteingang.
Wenn mein Bruder eine größere Gesellschaft verköstigen soll, fragt er auch mit einer Karte nach deren Wünschen, und da kristallisiert sich dann heraus, wo die Favoriten zu finden sind.
In diesem Falle sollte die Stadtverwaltung doch einmal offen legen, welche Maßnahmen mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket 2 finanziert werden dürfen. Von mir aus in Form eines Fragebogens in unseren Lokalzeitungen, aus dem würde schnell eine Hitparade abzuleiten sein. Und schon hätte man wirklich eine bürgernahe Entscheidung möglich gemacht und noch ein bisschen Geld gespart. Und sollte dann wirklich noch etwas für diesen zweifellos reizvollen Platz übrig bleiben, einfach konkret den Bürger fragen, was gewünscht ist und auch angenommen wird.
Aber warum sollten wir sparen? Wir haben doch kein Geld, also geben wir noch mehr aus.

In diesem Sinne,

Horst´s Bruder
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Re: Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz

Beitragvon DQB656 am 16.03.2010, 16:35

Lieber "Bruder vom Horst".

a)
So, wie ich das sehe, gibt es eine Liste mit Alternativ-Vorschlägen (Excel-Datei), welche den Stadträten jedoch von der Verwaltung verspätet (also nach der auf "Mehrgenerationenspielplatz") vorgelegt wurde.
(Einige Diskussionsseiten vorher ist das auch kurz angerissen worden.)

b)
Diese Alternativ-Vorschläge der Verwaltung wurden bis heute nicht in die öffentliche Diskussion gebracht.

Mit besten Grüßen....
DQB656
 
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Re: Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz

Beitragvon Horst´s Bruder am 16.03.2010, 18:08

Ja, das sag ich doch.
Die eine Seite sagt, für alle verständlich, dass es auch wichtigere Sachen zu finanzieren gibt, doch die andere Seite steckt den Kopf in den Sand und denkt nicht über die Alternativen nach, geschweige denn, daß diese der breiten Öffentlichkeit mal ausführlich erläutert werden.
Es geistert doch immer wieder der Gedanke der Zweckgebundenheit durch die Köpfe der Bevölkerung, was ja auch in gewisser Weise stimmt, doch der Zweck ist nicht nur die Errichtung diese Platzes, gewiß nicht für diese hohe Summe.

In diesem Sinne

Horst´s Bruder
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