Mit einigem Interesse verfolge ich als Anwohner die Diskussion um die weitere Nutzung des Jahnplatzes.
Zur Bürgerinitiative:
Aus meiner Sicht war es klar, dass die Anzahl der benötigten Unterschriften leicht zu sammeln sind. Dagegen sein ist immer einfach.
Jedoch überzeugen mich die alternativen „Geldverschwendungskonzepte“ der Bürgerinitiative rund um Frau Owen nicht.
Ganz zu schweigen, was allein das Bürgerbegehren an Verwaltungsaufwand kostet. Schätzungen belaufen sich auf € 20.000 – € 70.000, je nach Verlauf. DAS nenne ich mal Verschwendung.
Zu den Plänen Mehrgenerationenspielplatz:
Es gibt Anwohner die nicht dagegen sind. Auf das WIE kommt es an.
Einige Dinge müssen bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden.
Ich denke allen Beteiligten sollte klar sein, das ein solcher Betrieb nur MIT den Anwohnern gelingen kann, um langfristig eine gute Nachbarschaft zu gewährleisten.
Folgende Dinge sollten ohne Nachteile für die Anwohner geregelt werden:
1. Die Parkplatzfrage:
Es ist nicht hinnehmbar das die angespannte Parkplatzsituation im Bereich Jahnstraße, Parkstraße und auch insbesondere des Frankenplatzes weiter verschlechtert wird. Es ist jetzt schon schwer genug, hier als Anwohner oder für dessen Besucher einen Parkplatz zu bekommen.
Eine Einführung von Parkscheibenpflicht, der Einführung von jährlich gebührenpflichtigen Bewohnerparkausweisen (30€ Gebühr pro Jahr zzgl. 15€ für jede Kennzeichenänderung/Verlust) oder sogar gebührenpflichtiges Parken durch Parkscheinautomaten darf keine Lösung werden.
2. Lärmbelästigung:
Die Befürworter des Platzes schreiben in Ihrer Broschüre, dass ein Fachbüro die geplante Nutzungsart und Dauer mit der benachbarten Wohnbebauung verträglich ist.
Das ist m.e. nur die halbe Wahrheit.
Tatsache ist, dass NUR die Nutzung des geplanten Bolzplatzes auf die zu erwartenden Geräuschimmissionen gem. Sportanlagenlärmschutzverordnung untersucht wurde. Eine Untersuchung des Gesamtkonzeptes „Mehrgenerationenspielplatz“ fand NICHT statt.
Eine Prüfung der unvermeidbar verbunden Geräusche des „Kinderspielplatzes“ (= Mehrgenerationenspielplatz) die bei der Nutzung entstehen, wurden nicht untersucht. (gesetzlich nicht vorgeschrieben)
Die damit verbundenen Geräusche gelten als sozialadäquat und müssen somit von den Anwohnern hingenommen werden.
Dies nur mal zur Klarstellung.
Es ist also m.e. ungeklärt, wie sich Bolzplatz und Kinderspielplatz gemeinsam und in Kombination von der Lärmentwicklung auswirken.
Die gesetzlichen Vorgaben werden vielleicht mit dem Gutachten eingehalten.
Die Realität wird sich vermutlich deutlich lauter „anhören“.
Und das den gesamten Tag über. Nicht wie früher 90 Minuten lang, während eines Fussballspiels.
In diesem Zusammenhang darf auch bezweifelt werden ob ein solcher Mehrgenerationenspielplatz mit überregionalem Charakter, ausgestattet mit einer gewerbsmäßig betriebenen Kletterstation, überhaupt noch als Spielplatz im Sinne des Gesetzes gelten kann.
2.1 Skateranlagen im Außenbereich
Ein Ausbau oder eine Erweiterung der Skateranlagen in den Außenbereich darf es aus Lärmschutzgründen nicht geben. Wie andere Anlagen zeigen, ist hier Ärger vorprogrammiert.
3. Geländeanhebung
Eine umfangreiche und kostenintensive Geländeanhebung (Erhöhung des gesamten Geländes um 4m!) des Geländes wie bisher vorgesehen, halte ich für überflüssig. Hier sehe ich ein großes Einsparpotential, das genutzt werden sollte.
Fazit:
Als solches ist nichts gegen einen schönen Kinderspielplatz mit gewissem Eventcharakter und Bolzplatz einzuwenden. Insbesondere mit Verweilmöglichkeiten für Erwachsene und einem betriebenem Cafe durch den Kinderschutzbund etc. So wäre auch der Erhalt der Skaterhalle gesichert.
Es sollte also zwei Nummern kleiner geplant und gestaltet werden. Auch für einen sinnvollen Umgang mit unser aller Steuergelder und für lebendiges, attraktives Lüdenscheid.
Das dürfte doch auch die Gegner freuen, denn so bleibt noch Geld für andere Projekte.
In diesem Sinne erwarte ich die weitere, verantwortungsvolle Vorgehensweise der gewählten Volksvertreter in unserem Rat der Stadt Lüdenscheid.
