von grietje am 28.02.2010, 14:53
Liebe Politiker der CDU und WBG,
wie unverantwortlich wollen Sie sich jetzt und in Zukunft präsentieren?
Das was Sie sich ausgedacht haben, ist eine Zumutung sondergleichen. Wer von Ihnen hat eigentlich mal an die Kinder gedacht, um die es ja wohl letztlich geht?
Sie wollen ernsthaft Kinder im Vorschulalter, wir reden hier über ein Alter von 0-6 Jahren, in ein Schulgebäude stecken? Warum glauben Sie wohl, sind Räume in Kindertageseinrichtungen anders angelegt und ausgestattet als in den Schulen? Wenn man auch nur annähernd eine kleinkindgerechte Atmosphäre herstellen will, muss ordentlich investiert werden. Haben Sie eigentlich eine Ahnung davon, wie teuer alleine altersgerechte sanitäre Anlagen sind? Der Charakter eines Schulgebäudes wird aber auch dadurch nicht verschwinden. Und was ist mit dem Spielplatz? Sollen unsere Kinder auf einem asphaltierten Schulhof herumkrabbeln? Glauben Sie, eine ordentliche Außenspielanlage gibt es umsonst?
Da frag ich mich wirklich, ob ein ehemaliger Leiter des Jugend und Sozialamtes, der es wirklich besser wissen müsste, über so etwas auch nur annähernd nachgedacht hat. Ganz übel wird es, wenn er dann auch noch vermessen behauptet, dass Musikschulbesucher alle motorisiert seien. Hallo, Herr Mertens, schon mal etwas über Kinder- und Familienarmut in Stadt und Land gehört? Wenn Sie jetzt beginnen, von Armut bedrohten oder betroffenen Familien zusätzliche Fahrtkosten zuzumuten, tragen Sie einen Teil dazu bei, diese Menschen immer mehr in die Isolation zu treiben. Freizeitgestaltung und Bildung sind wichtige Voraussetzungen um an einem gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das gleiche gilt für die geplante Verlegung der VHS.
Unerträglich ist auch, dass eine gut funktionierende Förderschule geschlossen werden soll. Ich erwarte von Politikern, dass sie wohlwollend einen Blick auf ausgezeichnete, sonderpädagogische Arbeit, die es in ihrer Stadt gibt werfen und diese Arbeit honorieren. Stattdessen will man etwas Gutgewachsenes und Gutgelungenes hinwegfegen.
Noch ein Wort zur ev. Grundschule. Diese Scheinheiligkeit schreit seit Jahren zum Himmel. Bitte seien Sie doch ehrlich und sagen Sie den Werdohler Bürgern, dass es weder Ihnen, noch den Eltern, noch der Schulleitung um Kirchennähe und gelebtes ev. Christentum geht. Es geht um eine Schule, die von wenigen Migrationskindern besucht werden soll.
In früheren Jahren war der Grund die Busfahrkarte, die von der Kirchengemeinde gestellt wurde und die Meinung, es gäbe dort nur wenige Kinder aus bildungsfernen Familien. Sicherlich gibt es Eltern, die den ev. christlichen Anspruch ernst meinen. Die Zahl derer ist jedoch gering.
Außerdem hat diese Werdohler Schule gar kein erkennbares ev. Profil. Religionsunterricht und Schulgottesdienste gibt es an jeder Grundschule.
Anscheinend sind die, die am lautesten schreien und Integration einfordern, nicht dazu in der Lage zu erkennen, dass die Ausgrenzung muslimischer Kinder wohl kaum der Integration dienlich sein kann. Ich würde mir wünschen, dass die Eltern die die ev. Grundschule für den richtigen Weg halten, mal ernsthaft darüber nachdenken, ob eine Stadt wie Werdohl sich überhaupt noch Bekenntnisschulen leisten kann. Wer Integration will, muss bei den Kindern beginnen. Mischt sie bunt und hört auf mit dieser elenden Selektion. Das wäre christlich und nächsten liebend.